Das Märchen von der umweltfreundlichen Energiesparlampe

Habe am 19.04.2012 einen interessanten Beitrag auf 3sat über das Glühbirnen-Verbot und damit einhergehend die verstärkte Nutzung von Energiesparlampen gesehen:

Die Glühbirne:

  • kann innerhalb des technisch Machbaren eine Lebensdauer von weit mehr als 1.000 Stunden aufweisen,
  • lässt sich problemlos häufig ein- und ausschalten
  • liefert sofort die volle Lichtleistung und
  • lässt sich ohne Gefahr für Mensch und Umwelt -auch über den normalen Hausmüll- entsorgen.

An einer langen Lebensdauer ist jedoch kein Hersteller interessiert gewesen. Es gab in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts sogar ein Glühlampenkartell, das den Mitgliedern die Herstellung von Glühlampen mit Lebensdauern von mehr als 1.000 Stunden bei Strafe verbot! Für Ampeln („Lichtzeichenanlagen“) sind -nicht für Privatverbraucher- Glühlampen mit einer Lebensdauer von ca. 16.000 Stunden übrigens weiterhin erhältlich…

Die Energiesparlampe („Kompakt-Leuchtstoffröhre“):

hat eine Lebensdauer, die in der Regel weit kürzer ist, als vom Hersteller angegeben, da sich diese u.a. durch häufiges An- und Ausschalten deutlich verkürzt.

  • benötigt zwingend Quecksilber (ca. 5 Mikrogramm bei Markenprodukten, ca. 12 Mikrogramm bei billigen (Import-)Lampen) und setzt bei Bruch dampfförmiges Quecksilber frei, verbunden mit der Gefahr der Inhalation der Dämpfe durch die Lunge oder deren Eindringen in das Nervensystem über die Geruchsnerven der Nase.
  • führt bei der Produktion in Billiglohnländern häufig zur Vergiftung von Arbeitern (und der Umwelt), da diese in der Regel nicht ausreichend gegen Quecksilberdämpfe geschützt sind,
  • dünstet beim Betrieb weitere Stoffe aus (Tetrahydrofuran, Phenol etc.), die z.T. erwiesenermaßen carcinogen sind,
  • emittiert im Betrieb ein elektromagnetisches Strahlungsfeld, das mehr als 40-mal höher ist, als z.B. für den Betrieb von Computern/Bildschirmen zulässig ist,
  • darf nur als Sondermüll entsorgt werden, es werden aber ca. 70% über den Hausmüll entsorgt und
  • muss nach ihrem Ende nicht durch den Händler zurückgenommen werden, die Rücknahme alter Lampen ist freiwillig.

Übrigens: Quecksilber (dampfförmig inkorporiert) ist ein starkes Nervengift, lagert sich bevorzugt in den Nerven und dem Gehirn ab und führt damit in der Regel, sagen wir mal euphemistisch, „zur Reduzierung der intellektuellen Fähigkeiten“, sprich: Verblödung. Für Energiesparlampen wurde durch den Gesetzgeber eigens eine Ausnahme vom Gebrauch von Quecksilber beschlossen (z.B. sind Quecksilber-Thermometer heute nicht mehr erhältlich). Die gesetzlichen Vorgaben für die Energiesparlampen wurden maßgeblich durch die Lobby der Leuchtmittelhersteller unter Ausschluss der Öffentlichkeit erarbeitet, eine gesundheitliche Bewertung lag zum Zeitpunkt des Beschlusses des Ausstiegs „aus der Glühbirne“ durch das Europäische Parlament nicht vor…

Mein Fazit: mir kommen keine Energiesparlampen ins Haus. Zum Glück habe ich mich noch mit mehreren Dutzend Glühlampen unterschiedlicher Leistung eingedeckt. Wenn die mal verbraucht sind (so in ein paar Jahren), werde ich nur noch LED-Lampen kaufen. Die sind zwar (noch) teurer, weisen aber nicht die gravierenden Nachteile der Energiesparlampen auf. Und im Übrigen kann man ja mal über den verstärkten Gebrauch von Kerzen nachdenken…schafft eine romantische Atmosphäre…Soviel zum Thema „Fortschritt“!